Sonntag, 20. März 2016

Die Frauenkrise (I) - Leseproben aus einem neuen Artikel

Vor einem knappen Jahr schrieb ich einen Artikel zur "Männerkrise" http://zeitschnur.blogspot.de/2015/05/die-familiensynode-und-die-mannerkrise.html , die Kardinal Burke anlässlich des bevorstehenden 2. Teil der Familiensynode in Rom auf eine für meine Begriffe sehr simple, verzerrte Art und Weise und daher folgenlos postulierte.

Man fragte mich, warum ich nichts zur "Frauenkrise" schreibe. Richtig - die gibt es auch, und sie wird in der Kirche von Anfang beschworen. Die Freiheit, die der Frau in Christus genauso zukommt wie dem Mann, war von Anfang an vielen - Männern und Frauen (!) - ein Dorn im Auge, und sie fanden tausend Gründe, diese Freiheit wieder zu untergraben und die Frau erneut zu versklaven, während sie dem Mann deren geraubte Freiheit aufs Konto überwiesen und ihn in manchen Rollen in bigotter Geste zum Götzen erhoben. Keine Rolle in der Kirche ist gefährdeter als die derer, die sich "Stellvertreter Christi" nennen - eine durchweg und prinzipiell nur vom Mann zu besetzende Rolle. Solche "Stellvertreter" beanspruchten so oft lieber die (auch noch missdeutete) Königsherrschaft Christi für sich als dessen Erhöhung am Kreuz. Solche überheblichen "Stellvertreter" treten auch der Frau gegenüber stets herablassend und hochmütig auf und ihre Haltung hat in der Kirche eine Mentalität geschaffen, die von Anfang an, langsam aber sicher, dem guten Samen konkurrierte.

Es gab aber daneben diejenigen Gläubigen, die unter der Einwirkung des Heiligen Geistes zu einer dienstbereiten Haltung bei Mann und Frau fanden, und dem Beispiel Christi nacheiferten, der Frauen genauso lehrte wie Männer und sich von nichts und niemandem, im schlimmsten Fall auch nicht von einer eifersüchtigen, machtgierigen Hierarchie davon abhalten lässt.

In dem Augenblick, in dem der Mensch den Kreuzweg verlässt und in diesem Äon mehr sein will, als der Herr, ist er ein Verräter und Gewalttäter, ein Wolf im Schafspelz, und hier spielt das Geschlecht keinerlei Rolle: wer immer so handelt, wirkt am "Geheimnis des Bösen" mit.

Wenn der Papst Franziskus mehrfach schon davon sprach, es müsse eine "Theologie der Frau" geschaffen werden, dann gebe ich ihm darin recht, allerdings kann diese Theologie der Frau, wenn sie nicht entgleisen will, nur marianisch ausgerichtet sein. 

In der kommenden Zeit werde ich Ausschnitte aus meinem Text zur Frauenkrise abdrucken und beginne mit dem Anfang, dem ersten Kapitel:



Die Frauenkrise (I): 


I. Die Frauenrolle - eine schizophrene Rolle


Die Symbolik der Braut
 
Die Frau, wenn ein Mann von ihrem Zauber berührt wird, ist ihm ein Heiligtum der Schönheit, der Anmut und Güte. Sie ist gerade dann, wenn er im Glauben ist, sie zu lieben, für ihn unantastbar und entrückt in eine Sphäre, zu der er keinen Zutritt haben kann ohne sie, ja: zu der sie ihm der Schlüssel ist. Staunend steht er vor ihr, verwirrt angesichts ihrer Potenzen als Himmelszeichen, Mutter, Schrein der Weisheit und Braut…und zugleich ist sie ihm ein Spiegel dessen, was in ihm selbst steckt und ohne sie nicht hervorgelockt werden kann.
Dies ist die natürliche Reaktion eines unverdorbenen Mannes. Die Frau ist für ihn ein Wesen, das ihn mit sich selbst und mit dem Göttlichen verbindet. Die Reaktion einer freien Frau ist darauf nach abwägender Prüfung ein wertbewusstes Ja. Der Volksmund weiß, dass nur sie ihn erhören kann, nicht aber er sie. Es ist die Frau, die sich zum Mann herabneigen muss, sich dienstbar machen muss, wenn sie ihn nicht brüskieren oder unsicher machen will. Eine Frau, die dem Mann nachstellt oder „ihn anbetet“ wirkte von alters her lächerlich, in der verkehrten Rolle, ja: sogar unweiblich. Es ist der Frauenwürde nicht angemessen, sich einem Mann anzudienen.

Im ursprünglichen Empfinden aller Menschen lebt das Bewusstsein, dass wenigstens einmal im Leben diese ehrfürchtige Art des Umgangs miteinander zelebriert werden sollte, um sie nie mehr zu vergessen und daran das spätere Eheleben zu korrigieren.
Die Braut wird geschmückt wie eine Himmelskönigin, sie verdient nur die feinsten und erhabensten Stoffe und Schmuckstücke, sie wird in vielen Riten der Welt gesalbt, ihre Hände und Füße werden kostbar bemalt. Und in den meisten Religionen ist die kurze Zeit vor der Hochzeit für sie eine Zeit religiöser Betrachtung und Versenkung. In keiner anderen menschlichen Gestalt scheint spontan Erhabenheit und Gottebenbildlichkeit mehr auf als in der Gestalt der Braut. Man umkleidet sie mit Würdenträgergewändern, wie sie sonst nur Priester tragen würden, denn sie ist, selbst wenn sie niemals Kinder haben sollte, Tabernakel des Lebens, leibliche und geistige Formerin der Nachkommen, Hüterin der Menschheit, ein Geheimnis in Menschengestalt. In manchen Hochzeitsriten der Völker wird sie sogar – anders als der Bräutigam - regelrecht gekrönt.
Sie entrückt den, der ihr begegnet; glanzerfüllt ragt sie über alle anderen, auch über den Bräutigam, hinaus, der sein ganzes Glück an ihr aufrichtet, und sie verzaubert alle, die sie sehen, hören, riechen, spüren, förmlich in den Himmel hinein. Schwerelos tanzen ihre Gäste, allen voran der selige künftige Gemahl, die Zeit bleibt stehen und weicht der Ewigkeit, die Farben verlöschen nicht und die Nacht wird zum Tag.


„Mutter Erde“?

Der Mann ist diesen Riten entsprechend das, was seine Frau ausdrückt. Ein Mann, sagt uns die Genesis, hängt seiner Frau an, nicht umgekehrt, und Jesus wiederholt diesen Vers eindringlich als das, was ursprünglich von Gott gedacht war. Der heilige Paulus tut dasselbe, und wir alle wissen in unseren Herzen, dass dies die Wahrheit ist, die ursprüngliche und einzige Wahrheit über die Frau, wie Gott sie schuf.
Adams Reaktion, als er erwachte und Eva erblickte, ist nur so recht zu verstehen. Seine Verwirrung und Überraschung, ein Wesen zu sehen, das ihm ähnelt, Bein von seinem Bein und Fleisch und von seinem Fleisch ist, und ihm zugleich nicht ähnelt, hat einen Grund. Denn die Frau ist nicht mehr aus der groben Erde direkt geschaffen, wie der Mann und alles andere, was in der Schöpfung ist, sondern sie ist in einem gewissen Sinn dieser groben, natürlichen Erdhaftigkeit bereits entrückt, mehr als alle anderen Geschöpfe. Nur die Frau kann im biblischen Kontext Himmelszeichen sein, eben weil sie bereits vom Schöpfer her eine „sublimierte“, an das Übernatürliche gemahnende Gestalt hat. Man nennt das weibliche Geschlecht deshalb auch weltweit „das schöne Geschlecht“. Schönheit, Anmut, Güte – es sind Wesenszüge des Schöpfers, die in der Frau besonders aufscheinen.
Sie hebt sich durch dieses eine und entscheidende Merkmal aus allen anderen geschaffenen Wesen heraus:
Sie ist im alttestamentlichen Kontext aus der bereits geformten Materie geschaffen, weist eine eigenartige Ferne zur „Mutter Erde“ auf, gerade die Frau. Gerade sie ist nicht menschliches Ausgangsprinzip (das ist der Mann), sondern krönende Veredelung des Menschseins aus dem Mann heraus. Die Konzeption des Weiblichen in der Genesis widerspricht daher fundamental und diametral der heidnischen Vorstellung, die Frau sei näher an der Erde als der Mann bzw. stelle selbst so etwas wie die Erde dar. Nein! Die Genesis entwirft eine gerade umgekehrte Sicht: die Frau trägt zwar alle Menschenkinder in sich, aber sie ist der Erde bereits ein Stückchen mehr als der Mann enthoben. Das Wesen der Mutterschaft ist nicht irdisch, vulgär und sexuell zu verstehen, sondern aus der veredelten Leiblichkeit in die geistige Weite des Himmels weisend hin zu dem, der der eigentliche Schöpfer aller Menschen ist.



Veredelte Erdhaftigkeit als Himmelzeichen
Ihre Erschaffung erfolgte nicht generativ, wie die aller Nachkommen des ersten Menschenpaares, sondern durch Gottes Hände direkt und ohne Zutun dessen, von dem sie genommen wird. Sie ist die Inthronisation des Menschen in der Schöpfung – der letzte Akt Gottes, bevor er von seinen Werken ruhte und den Menschen als Mann und Frau mit der Königsherrschaft über die Erde beauftragte. Mit der Erschaffung der Frau erst gewinnt der Mensch Erfüllung und Ziel. Erst als sie geschaffen war, gebot der Herr, die Erde zu beherrschen.


Hier wird an der einzigen Stelle in ungefallenen Schöpfung, davon gesprochen, dass der Mensch – als Mann und Frau (!) – „beherrschen“ soll („dominari“). Nur an dieser Stelle wird ein positives Soll ausgesprochen, wenn es um das „dominari“ geht: es ist ein echtes imperativisches Soll, das hier erlassen wird: „dominamini“ („beherrscht!“) sagt der Herr, und der Imperativ plural zeigt uns, dass er nicht nur den Mann damit beauftragt. Anschließend sagt Gott exakt, was er dem Menschen übergibt: die Fische, die Vögel und die Landtiere. Diesen Tieren und dem Menschen sind die Pflanzen als Nahrung gegeben.
Warum steht an dieser Stelle nicht „regnare“, wie sonst das Regieren genannt wird im Kontext Gottes, sondern ein  „dominari“? Ich glaube, dass es mit der Sündenfallerzählung zusammenhängt. Der Autor der Genesis wollte damit anzeigen, dass der Mensch am Ende das Tier, dessen klügstes, nämlich die Schlange, sich dem Satan zur Verfügung gestellt hat, um den Menschen zu Fall zu bringen, wirklich „dominari“ wird, besser gesagt die Frau und ihr „Same“. Das einzige Wesen, das unterworfen werden soll, ist das Tier um der Schlange willen. Folgerichtig nennt auch die Apokalypse den „homo iniquitatis“, den „Menschen des Verderbens“, den Antichrist, „Tier“ und seinen Auftraggeber „Drachen“: „bestia“ und „draco“. Eine negative Unterwerfung der Natur unter den Menschen ist damit aber kaum gemeint.
Mit der Frau hat Gott das, was er schaffen wollte, besiegelt. Und nicht nur das – er wartete mit diesem letzten Akt, bis Adam diesen Akt herbeisehnte wie nichts anderes auf der ganzen Welt… das Paradies ohne Eva war ihm kein vollkommen bestücktes Paradies, obgleich es tatsächlich sehr wohl vollkommen, rein und gut war… Die Welt wurde ihm erst vollständig mit ihr, obwohl der Welt nichts mangelte.
Adam ersehnte die Frau aus einer Liebesfähigkeit hraus, die entfernt auf die Liebe hinweist, mit der auch Gottvater den Sohn zeugte und gebar. Ich wage nicht, dies allzu sehr auszuführen, aber dennoch muss ich bekennen, dass mich diese Erzählung in Genesis 2 ferne, wie in einem blinden Spiegel, geheimnisvoll und diesem Äon verborgen an die dreifaltige Gottheit erinnert.

Das ist es, was sich bis heute in den Hochzeitsriten aller Völker nicht verlieren lassen konnte, gleich welche Hölle man der Frau anschließend bereitet. 


© Copyright by H.M. Jüngling

Mittwoch, 2. März 2016

Offener Brief an die Redaktion von Katholisches.info





Offener Brief an die Redaktion von Katholisches.info:

Zu Ihrem neuesten Text gegen Trolle und Pöbler http://www.katholisches.info/2016/03/02/poebelkommentare-mitteilung-des-herausgebers/  möchte ich Ihnen einen offenen Brief schreiben, der schon lange fällig ist:

Sie reden in diesem Appell-Artikel viel von „Niveau“, das Ihrer Website angemessen sei und von bösen „Trollen“. Es wäre ehrlicher gewesen, Ross und Reiter zu nennen und sich nicht nur in Andeutungen zu ergehen.

Ob die beiden gefallenen Begriffe im Kommentarbereich „Clanchef“ (für Ordensobere und Kardinäle) oder die treffende Analyse vieler Zuschreiber-Posts als „vulgär-katholisch“ das Problem dieses Forums sind?! Sonst ist Ihnen nichts aufgefallen?
Wer dieses Forum liest, den packt das kalte Grausen – aber gewiss nicht wegen dieser beiden Begriffe.

Reden wir doch Klartext und nicht mehr um den heißen Brei herum:

Ende 2013 oder Anfang 2014 schalteten Sie, als ich den Vorrang des Zölibats vor der Ehe verteidigte, erstmalig einen Kommentar eines „Gisbert“ gegen mich frei, in dem ich als „geistig verwirrt“ bezeichnet wurde. Sie wussten mit Sicherheit und wissen sehr genau, dass das eine justiziable Beleidigung, in jedem Fall aber eindeutige Mobbingstrategie ist.
Damals war ich immerhin noch Autorin auf Ihrer Seite und lieferte Ihnen regelmäßig und unentgeltlich Artikel.
Ich nahm das hin.

Ich war damals dennoch geschockt. Wie konnte eine katholische Redaktion eine derartige Unverschämtheit gegen eine Autorin der Zeitschrift frei schalten?
Ich musste davon ausgehen, dass diese Initial-Beleidigung meiner Person von Ihnen gewollt war, denn es folgte daraufhin eine Beleidigung nach der anderen.
Das Muster war stets: Ich äußerte eine Ansicht zu einem Thema und wurde daraufhin ohne qualifizierte Argumente persönlich niedergemacht. Rücksichtslos und mit schlimmsten Sätzen droschen zunehmend mehr Poster auf mich ein, als hätte sie einer bestellt.
Heute nennt man diese Strategie „Mobbing“.

All die folgenden wüsten persönlichen Beschimpfungen gegen mich, wenn ich Gedanken vortrug, die manchen eben nicht passten, wurden wacker frei geschaltet. Es gab keine Beschuldigung, die nicht fiel, bis hin zu mehrfachen Dämonisierungen, die Sie ebenfalls kommentarlos durchwinkten. Ich sei von bösen Geistern besessen, oder „umsessen“, meine Kommentare seien „diabolisch“, ich sei der „Dämon des Forums“, „Sie sind widerlich!“, „Sie sind ekelhaft!“, wie der Poster „hicesthodie“ unbehelligt tagtäglich, Woche für Woche und Monat für Monat schreiben durfte, etc.

Ich teilte Ihnen vor mindestens einem Jahr auf Ihre Nachfrage hin mit, dass ich Ihnen angesichts dieser Zustände nie wieder Artikel liefern werde. Dabei bin ich auch geblieben.
Darauf gaben Sie mir – was bezeichnend war – keine Antwort.

Nur einmal fiel Ihnen selber auf, dass das nicht in Ordnung und moralisch verwerflich ist, was Sie da tun, als der Poster „Franzel“ irgendeine Verfluchung oder Dämonisierung gegen mich vortrug, die ich glücklicherweise jedoch noch nicht gelesen hatte. Sie schrieben mir ein Email, um sich zu entschuldigen, weil damals viele protestierten…
Hätte keiner reagiert, hätten Sie sich wohl kaum fürs Freischalten entschuldigt.
Die besagte Dämonisierung war ja schon viel öfter gefallen…
Dieser „Franzel“ hieß mich regelmäßig alles zusammen, agitierte offen gegen mich, entschuldigte sich immer wieder und machte bald genauso weiter wie zuvor. Und die Posterin „Marienzweig“, die immer auf sanften Pfötchen herumgeisterte und auf allen Seiten Wasser tragen wollte, lobte ihn dafür, dass er sich so oft entschuldigte…

Angesichts dieser Vorgeschichte plötzlich „Skrupel“ ob des „Niveaus“ Ihrer Webseite zu bekommen, erscheint mir unaufrichtig und heuchlerisch.

In aller Regel hatte ich bis zuletzt einen Schweif an pöbelnden Stalkern im Schlepptau, was immer ich schrieb:

Verbal ausnehmend gewalttätige Poster wie
  • „hicesthodie“ (die ich mehrfach anzeigen könnte aufgrund ihrer Beleidigungen gegen mich, die sie wie besessen Tag für Tag mehrfach gegen mich schleuderte),
  • „stellamaria“ (die mich mit Emoticons „exorzierte“),
  • „kirchen-kater“ (der höhnte, sich auf mich eingeschossen zu haben und sich anlässlich einer sachlichen Frage diagnostisch über meine „Querbegabung“ und meinen „Autismus“ ausließ, weil ich nicht seiner Meinung war),
  • „elias“ (der mich ohne Begründung als „Senfschreiberin“ betitelte,
  • einstmals „cuppa“ alias „zeitlos“, heute vermutlich „thea“ (die sich in einem permanenten Privat-Krieg gegen mich befand mit unsäglichen Ausfällen, den ich bis heute nicht nachvollziehen kann),
  • C. Eckstein (der mich offen pathologisiert),
  • Gisbert (der mich pathologisiert und mir im Ton eines Sklaventreibers Anweisungen über meine „Standespflichten“ erteilt),
  • Leone (den ich unten zitiere),
  • teilweise auch „sophus“,
  • „suarez“ (der mir ungezählte Male den Glauben absprach und mir unterstellte, ich sei Aufklärungsanhägerin)
  • auch „Leo Lämmlein“,
  • die stets hämisch-giftige Hedi Züger (die nicht nur Richterin über mein Herz spielte, sondern sich auch als Gouvernante und über meine berufliche Arbeit, die hier nirgends zur Debatte stand, herablassend ausließ)
  • und eine weitere bissige ältere Frau namens „Methodus“,
  • „Reinhold“, der mich oft wochenlang wie ein Wadelbeißer mit dummen Anwürfen nach jedem (!) meiner Kommentare verfolgte ...

Sie schreiben, es seien nur ganz „wenige Poster“, die das Forum in Misskredit bringen?
Es fragt sich natürlich, wem man gefallen will – wenn es die geistigen Nachfahren des abgeschalteten kreuz.net sein sollten, die bei Ihnen teilweise eine neue Bleibe gefunden haben, wie ich entdecken musste – diese Leute frohlocken natürlich angesichts dieses Sumpfes auf dem Forum und werden das Problem bei mir sehen…

Sie müssten, wenn es Ihnen wirklich ums „Niveau“ ginge, im Prinzip fast das komplette Forum schließen…

Ich hatte immer wieder den Eindruck, diese Leute versuchen ein Tribunal gegen mich aufzubauen oder mich wie ein wildes Heer zu „besiegen“ und niederzubrüllen. Es waren Hexenjagden… und der fromme Leser schwieg zu all den Dingen – von ein paar mutigen Ausnahmen abgesehen.
Teilweise mobbten sie mich auch über Emails, die den Kampf auf Ihrem Forum gegen mich privat fortzusetzen trachteten.
Es kamen teilweise Flüche, Beschimpfungen, Todesdrohungen, „Verbote“, auf Katholisches nicht mehr zu posten, und immer wieder Dämonisierungen und die Unterstellung, ich sei Mossad-Agentin, Zionistin, verdeckte Jüdin oder von einer dunklen Macht beauftragt in meinem Postfach an. Man, allen voran wieder hicesthodie, beschuldigte mich, ich würde unter verschiedenen Namen posten, obwohl ich immer nur ein einziges Konto hatte und jeder weiß, wer ich bin und mich ja auch zielsicher zum Pöbeln auch privat erreichen konnte….
Man machte meine Verteidiger im Forum mit mir nieder.

Was war der Auslöser für all diesen Hass?

Es sind meine Gedanken und Überlegungen, mit denen ich zwischen allen Stühlen, den „modernistischen“, progressiven, traditionalistischen, neokonservativen, sedisvakantistischen und lefebvristischen, sitzen mag, die aber legitim sind.

Oder ist man in der Kirche verloren, wenn man nur Christus angehören will und sich der Zugehörigkeit zu einem kirchenpolitischen Lager verweigert?

Vielleicht aber auch die Tatsache, dass ich sehr viel Zuspruch fand und viele mir andererseits privat schrieben, sie läsen das Forum an sich nur wegen meiner Kommentare, könnte ein Grund für die regelmäßigen erwünschten und von der Redaktion frei geschalteten Hassausbrüche gewesen sein.

Manche begriffen aufgrund eines leider sehr begrenzten intellektuellen Levels schlicht nicht, was ich schrieb und unterstellten mir alles mögliche, das ich nie geäußert hatte. Sie fanden in ihrer katholischen Kommode für mich einfach keine Schublade und steckten mich halt da hinein, wo ihr Lieblungsfeind steckte…
Ich versuchte immer wieder zu erklären, was ich gemeint hatte.
Mögen viele Reaktionen entschuldbarer Dummheit entsprungen sein, so entstammten manche Verzerrungen meiner Standpunkte und Überlegungen aber auch offener und für Christen bestürzenden Bosheit.

War es mein Fehler, wenn ich all den Schmutz, der ja dazu dienen sollte, mich auch öffentlich in Verruf zu bringen, abwehrte, wenn ich manches richtigstellen wollte?
Ob man im Eifer des Gefechtes dabei selber immer alles perfekt macht, darf sicher bezweifelt werden, aber das ist kein grundsätzliches Argument gegen mich, denn ich blieb meistens auf der Sachebene. Und es muss davon abgesehen genehmigt sein, dass man sich gegen persönliche Angriffe wehrt…

Hier von einem „Pingpong-Spiel“ zu sprechen, wie Sie es tun, ist mehr als unfair – es ging diesen Postern nur um eines: mich aus dem Forum zu ekeln, mich solange niederzumachen, bis ich verstumme oder verschwinde oder die Redaktion mich blockiert.
Warum, frage ich Sie, haben Sie dann deren Stalking frei geschaltet, wenn Sie nicht genau das fördern wollten?
Sie wollten diese Hetzjagd auf mich, sonst hätten Sie sie nicht durchgewinkt.
Sie sagen doch selbst, dass Sie sehr vieles auch löschen würden…
Warum haben Sie es hier nicht getan?

Was ich gelernt habe? Etwas ganz Wesentliches:

Ich habe in dieser Zeit das wahre Gesicht des postmodernen Traditionalismus in Kombination mit anderen Erlebnissen in der realen Tradi-Kathol-Welt kennengelernt. Vielleicht war es auch das, was ich für mich klären wollte. Diese Schlammschlacht, diese finstere und eiskalte Zerstörung anderer Menschen, wenn sie nicht mit der Meute heulen, diese Engherzigkeit, Lieblosigkeit und Verlogenheit ist zum Fürchten. Es ist derselbe Mob, der einst Menschen auf den Scheiterhaufen brachte, in den Kreuzzügen Konstantinopel verwüstete, das Massaker der Bartholomäusnacht anrichtete und Frauen aus Hexentürmen herabstürzte.
Und dies hat tatsächlich „Tradition“ in der Kirche (selbstverständlich nicht nur in der Kirche, aber eben auch in ihr!), aber es ist nicht das „traditum“, nicht das „depositum fidei“, gerade das nicht!
Neben all der Schönheit und Wahrheit des Glaubens konnte sich dieser finsterste Geist immer mehr Raum nehmen.
Und schuld sind nicht „Freimaurer“, „Trolle“ und alle unsere „Feinde“, sondern der Ungehorsam gegen Jesus, ein Ungehorsam und eine Anmaßung, die sich berufen wähnen, das Unkraut ausreißen zu sollen, obwohl Jesus genau das verboten hat.
Ja: der Herr verbot es dem Petrus und den Aposteln!

Aber Petrus zog das Schwert, und es ist nichts als Leid dabei herausgekommen.
Und der gesunde Weizen wurde, wie Jesus es gesagt hatte, gleich mit ausgerissen.

Mir wurde klar, dass dieser bösartige Umgangsstil, gekoppelt mit der theologischen Verengung, die man hätte vermeiden können, ohne deswegen „modernistisch“ zu werden, der Grund für den Zerbuch war, der sich latent als das „mysterium iniquitatis“ schon lange in der Kirche ausbreitete, sich im 19. Jh zuspitzte und im 20. Jh ausbrach wie eine schwere Krankheit. Die Kirche ist inzwischen zerstört. Jeder sieht das deutlich, auch wenn die äußeren Strukturen noch stehen.
Aber es stehen auch noch die Ruinen des Forum Romanum…

Der Traditionalismus weiß sich selbst nicht zu verorten. Er verwechselt die Narrative der Neuscholastiker, der Infallibilisten, der radikalen Ultramontanen und des Jesuitenordens, der politischen Reaktionäre des 19. Jh und der modernen und postmodernen Antisemiten und Antizionisten, wie bereits gesagt, mit der „Tradition der Kirche“. Sie glauben, wenn sie theologisch nicht auf der Seite der ebenso offenkundig abgefallenen Hierarchie stünden, seien sie schon auf der rechten Seite…

Das erklärt, warum seine Anhänger sich in derselben Art und Weise gehenlassen, wie man das sonst nur von Anhängern totalitärer politischer Ideologien, Islamisten und Sektierern kennt.
Der einzelne Mensch, dessen Seele, zählt ihnen nichts.
Es geht um Ideologie und darum, dass jeder „Gewehr bei Fuß“ steht.
Es geht um Abgrenzung, um Macht und um Geld.
Es wundert daher nicht, dass der Autor des Artikels offenbar davon ausgeht, wer postet, müsse auch dafür bezahlen.
Für meine Artikel, die ich damals dem Herausgeber überließ, gab es jedenfalls kein Geld…
Aber das nur am Rande.

Abscheulich der Artikel Roberto de Matteis über Umberto Eco, den der hehre Geschichtsprofessor als „schlimmstes Produkt der Turiner Schule“ bezeichnete.
Ja – hier haben wir diese skrupellose, traditionalistische Mentalität:
Da ist ein Mann gestorben, über dessen Seelenheil wir nichts wissen können, weil der Herr der Herr ist und nicht wir, aber de Mattei redet von ihm wie von einer Sache, einem „Produkt“, das es gewagt hat, sich umzuetikettieren (als ehemals katholisches Produkt) und eine Hedi Züger applaudiert enthusiastisch und macht den Verstorbenen ob seines Glaubensabfalls gleich noch zweimal danach zusätzlich nieder.
Katholiken, die Menschen für „Produkte“ halten, die den Feind nicht lieben und den nicht segnen wollen, der ihnen flucht, halten sich für „die wahre Tradition“ und für den Hort der wahren Lehre. Der Poster Leone wies mich denn auch zurecht, als ich die Worte Jesu aus der Bergpredigt zitierte. Leones Antwort ist symptomatisch für diese Website und ihr von allen guten Geistern verlassenes Forum:

„Zeitschnur@: Ach so – „Liebet eure Feinde“… Wenn Morgen die Horden von „Flüchtlingen“ vor Ihrer Tür stehen und sie aufbrechen oder einer von Ihren Bekannten von diesem Mob belästigt wird, würden Sie dann diese „lieben“?. Mein Gott Walter! Warum sind Sie so defaitistisch? Und im übrigen, ob das Jesus diese Worte so gesagt hat,ist nicht bewiesen. Es ist doch eher so, dass Jesus Worte erst nachträglich von Theologen in den Mund gelegt wurden,die er so nie gesagt hat!(Prof. Gerd Lüdemann). Denn jetzt gilt es die geballte Faust zu erheben und wie in der Vergangenheit so oft zu den Waffen zu greifen. Ungeheuer gross ist die Gefahr für die Völker Europas angesichts dieser Invasion fremder Volksmassen!!


Ich brauche nicht zu erwähnen, dass der folgende Protest der anderen Poster sich ausschließlich gegen Lüdemann richtete (den ich natürlich nicht verteidigen will), den offenen Aufruf zum Feindes-Hass und zur „geballten Faust“ aber stillschweigend stehenließ.

Was mich zunehmend irritierte:
Sowohl in den Artikeln als auch im Forum wurden die Namen Jesu und Mariae immer seltener genannt. Am Ende gar nicht mehr.
Was immer hier ausgefochten wurde und wird:
Der Herr ist hier nicht dabei, denn niemand spricht von ihm.

Der herrenlose Traditionalismus ist nicht vom Jesus.
Darüber kann mich auch der wunderbare, einzig wahre überlieferte Messritus (neben anderen alten Messformen) nicht hinwegtäuschen, den sich diese Szene zum Aushängeschild gemacht hat und damit viele Menschen betört, wie einst auch mich.
Die Zeichen stehen auf Sturm.

Und deswegen ist für mich der Tag gekommen, an dem ich nicht mehr nur keine Artikel mehr liefere für diese Website, sondern auch dieses Forum fliehe.

Ich danke den wenigen Mitkommentatoren, mit denen man auch bei Meinungsverschiedenheiten vernünftig diskutieren konnte, auch all jenen, die mir immer wieder treu und verlässlich persönlich geschrieben haben.
Von manchen habe ich in der Sache viel gelernt und anregende Buchtipps erhalten.

Bei einigen, die vor einigen Jahren schon mit mir Briefwechsel hatten, möchte ich mich entschuldigen:
Sie haben mir diese Probleme der Traditionalistenszene, die nicht weniger schlimm als die in der Amtskirche sind, samt den damit verbundenen theologischen Widersprüchen, damals schon genauso geschildert, wie ich sie nun selbst erlebt habe, und litten daran, erhofften Verständnis und Zuspruch.
Damals verstand ich diese Korrespondenten nicht und gab ihnen unzulängliche, leichtfertige oder blauäugige Antworten.
Heute verstehe ich Sie, die mir damals schrieben, besser und bitte Sie um Verzeihung, dass ich Sie damals nicht angemessen ernst genommen habe.

Ab jetzt erreichen mich alle, die vernünftigen Kontakt haben wollen, nur noch über meinen eigenen Blog.